Zum Inhalt springen
AutoJagd
Menü

Automarken-Logos und ihre Bedeutung

Stand: 6 Quellen

Werkstattwand mit Metallemblemen in vielen Formen: Schilde, runde und ovale Plaketten, Flügel und Sterne.

Automarken am Emblem erkennen

Wer eine Automarke am Zeichen auf Kühlergrill, Motorhaube oder Heck erkennen will, sollte nicht nur auf das Grundmotiv achten. Pferd, Flügel, Stern oder Schriftzug sind nur der erste Hinweis. Für eine sichere Zuordnung zählen auch Haltung und Zahl von Figuren, Buchstaben, Farben, Rahmen und die Anordnung der Elemente. Manche Marken verwenden ausschließlich Initialen oder ihren ausgeschriebenen Namen.

Die Angabe „Land“ meint den historischen Ursprung einer Marke. Sie sagt weder, wem die Marke heute gehört, wo der Konzern seinen Sitz hat noch in welchem Land ein bestimmtes Fahrzeug gebaut wurde. Diese Angaben beantworten unterschiedliche Fragen.

Ein Emblem kann auch zu einer Modellreihe statt zur gesamten Marke gehören. Das laufende Pferd des Ford Mustang steht für den Mustang, während das Ford-Logo den Ford-Schriftzug trägt. Im Straßenbild spielen ältere Logo-Fassungen ebenfalls eine Rolle, weil sie auf vielen Fahrzeugen erhalten bleiben. Deshalb helfen Baujahr und Details des Zeichens bei der Einordnung.

Die Geschichte eines Motivs ist unterschiedlich gut belegt. Eine Markenregistrierung oder ein dokumentierter Entwurf wiegt mehr als eine später verbreitete Deutung. Beim geflügelten Pfeil von Škoda lassen sich etwa die Registrierung des Zeichens und die Erzählungen zu seiner Entstehung trennen: Der Hersteller bezeichnet Teile dieser Überlieferung als nicht abschließend gesichert.

Pferde, Stiere und Raubtiere

Tiermotive lassen sich oft schnell erkennen. Für die Marke entscheiden jedoch zusätzliche Merkmale wie Haltung, Schildform, Farben und Schriftzug. Ein aufgerichtetes Pferd im Porsche-Wappen sieht anders aus als Ferraris Pferd auf gelbem Grund, und ein Stier im Lamborghini-Schild unterscheidet sich klar von einem Widderkopf bei RAM.

Pferde auf Schild und Kühler

Ferrari (Italien) zeigt ein schwarzes, aufgerichtetes Pferd, meist auf gelbem Grund. Das Motiv geht auf das Zeichen des italienischen Fliegers Francesco Baracca zurück. Enzo Ferrari traf Baraccas Familie 1923; erstmals erschien das Pferd 1932 auf Rennwagen der Scuderia Ferrari.

Porsche (Deutschland) führt ein aufgerichtetes Pferd in der Mitte eines mehrteiligen Wappens und ordnet es dem Siegel der Stadt Stuttgart zu. Zum Emblem gehören der Porsche-Schriftzug, rote sowie schwarze Felder und Geweihe. Die Marke überarbeitete das Wappen 2023; auf älteren Fahrzeugen sind frühere Fassungen sichtbar. (Porsche Newsroom)

Ford Mustang (USA) trägt ein laufendes Pferd als Modellzeichen. Es kennzeichnet den Mustang und nicht Ford insgesamt. Form, Laufrichtung und Einfassung änderten sich mit den Modellgenerationen.

Stiere und Widder erkennen

Lamborghini (Italien) zeigt einen Stier in einem nach unten zulaufenden Schild. Der Hersteller verbindet das Motiv mit dem Sternzeichen des Gründers Ferruccio Lamborghini und dessen persönlicher Haltung zum Stier. 2024 vereinfachte Lamborghini Details des Wappens und der Wortmarke.

RAM (USA) verwendet einen frontal dargestellten Widderkopf oder den Schriftzug RAM. Hörner, Kopfansicht und die meist kantige Gestaltung unterscheiden das Zeichen vom seitlich dargestellten Stier im Lamborghini-Schild. Ältere RAM-Fahrzeuge zeigen teilweise andere Farben und Einfassungen.

Löwen und springende Katzen

Peugeot (Frankreich) führt seine Löwentradition nach eigener Darstellung auf 1850 zurück. Ältere Fahrzeuge zeigen häufig einen aufgerichteten ganzen Löwen. Die 2021 eingeführte Schildfassung trägt dagegen einen Löwenkopf.

Jaguar (Vereinigtes Königreich) ist an der lang gestreckten, springenden Raubkatze erkennbar. Die 2024 vorgestellte Markenidentität behielt den „Leaper“, die springende Katze, in neuer Gestaltung bei. Hinzu kamen ein Schriftzug und ein Monogramm. (Jaguar)

MAN (Deutschland) verbindet einen Löwen mit dem MAN-Schriftzug, vor allem an Lastwagen und anderen Nutzfahrzeugen. Ein Löwe auf einem Lkw weist daher nicht automatisch auf Peugeot hin.

Schlangen und Skorpione

Alfa Romeo (Italien) zeigt in einem runden Zeichen links ein Kreuz und rechts eine große Schlange mit einer kleinen menschlichen Figur. Die Grundmotive stammen aus Mailänder Symbolen. Die Figur wird historisch unterschiedlich gedeutet; ohne belastbaren Beleg lässt sie sich nicht eindeutig als gefressenes Kind bezeichnen.

Abarth (Italien) führt einen Skorpion im Schild. Die Marke verbindet ihn mit dem Sternzeichen ihres Gründers Carlo Abarth. Das zweifarbige Schild kam laut Hersteller 1954 hinzu.

Eine aufgerichtete Kobra kennzeichnet Shelby (USA) und steht für Sonder- und Leistungsmodelle. Der stilisierte Schlangenkopf der Dodge Viper (USA) gehört dagegen zu einer bestimmten Modellreihe. Seine Gestaltung änderte sich mit den Modellgenerationen.

Flügel und geflügelte Pfeile

Flügel allein reichen selten zur sicheren Zuordnung. Entscheidend ist das Mittelstück: ein Buchstabe, der ausgeschriebene Markenname, ein Schild oder ein Pfeil. Auch die Linienführung hilft, ältere und neuere Fassungen sowie ähnliche Motive voneinander zu trennen.

Flügel mit Buchstaben

Bentley (Vereinigtes Königreich): Ein B steht in der Mitte eines Flügelpaars. Die 2025 vorgestellte Fassung zeichnet die Flügel kantiger und verzichtet auf die unteren Federlinien. Das Mittelstück bleibt dreidimensional und kann auch allein stehen. Für die Zuordnung ist das B im Zentrum wichtiger als das Flügelmotiv.

Aston Martin (Vereinigtes Königreich): Zwischen den Flügeln steht der ausgeschriebene Markenname ASTON MARTIN. Die Marke überarbeitete ihr Emblem 2022.

Genesis (Südkorea): Ein Schild mit dem Schriftzug GENESIS sitzt zwischen weit ausladenden Flügeln. Genesis greift die Formensprache des Emblems im Kühlergrill und in den zweizeiligen Leuchten auf. (Markenübersicht von Genesis)

Morgan (Vereinigtes Königreich): Das Emblem zeigt Flügel um ein rundliches Mittelstück mit dem Schriftzug MORGAN. Historische und aktuelle Fassungen unterscheiden sich in Form und Details. Der Name in der Mitte ist der verlässlichste Hinweis.

Flügel mit Schrift und Kreis

MINI (Vereinigtes Königreich): Der Schriftzug MINI steht in einem Kreis, an den rechts und links vereinfachte waagerechte Flügel anschließen. MINI stellte die flache Schwarz-Weiß-Fassung 2017 vor und brachte sie ab März 2018 auf Fahrzeuge. (Mitteilung von MINI)

Mazda (Japan): Ein stilisiertes M liegt in einem Oval. Seine geschwungenen Linien erinnern an aufsteigende Flügel. Mazda führte 2025 zusätzlich eine flache Fassung ein; neue und bisherige Version bestehen je nach Einsatzbereich nebeneinander.

Chrysler (USA): Chrysler verwendet ein breites, flaches Flügelpaar mit einem kleinen Mittelstück. Auf älteren Fahrzeugen erscheint außerdem der Pentastar, ein fünfzackiges Sternsymbol. Bei der Suche gehört Chrysler deshalb auch zu den Marken mit Sternmotiven.

Škodas geflügelter Pfeil

Škoda (Tschechien): Ein nach rechts gerichteter Pfeil mit federartigen Flügelsegmenten steht in einem Kreis. Škoda ließ das Zeichen 1923 registrieren. Die verbreitete Geschichte, wonach ein Mann mit Kopfschmuck das Motiv angeregt habe, ist laut Hersteller nicht abschließend belegt. 2022 stellte Škoda eine vereinfachte Fassung seines Bildzeichens für digitale Anwendungen vor.

Pfeilspitze, Kreis und federartige Segmente unterscheiden Škodas Zeichen von Flügel-Emblemen mit Buchstaben oder Schriftzug im Mittelstück.

Wappen, Schilde und Kronen

Ein Schild verrät für sich allein weder die Herkunft noch die Bedeutung einer Marke. Einzelne Felder, Tiere, Buchstaben, Innenmotive und Rahmen liefern die entscheidenden Hinweise. Bei älteren Fahrzeugen hilft der Vergleich mit früheren Fassungen, weil viele Hersteller ihre Zeichen für digitale Anwendungen vereinfacht haben.

Schilde mit mehreren Feldern

Cadillac (USA) verwendet einen breit gegliederten Wappenschild. Die Marke führt das ursprüngliche Zeichen auf das Wappen von Antoine de la Mothe Cadillac zurück, nach dem die Stadt Detroit benannt ist. Ältere Embleme zeigen mehr Farben, Ornamente und teilweise eine markante Umrahmung. Neuere Fassungen reduzieren diese Details.

Buick (USA) ist an drei Schilden zu erkennen. Ihre Anordnung und Einfassung änderten sich mehrfach: Ältere Zeichen zeigen die Schilde teilweise in einer Kreisfassung oder versetzt, jüngere Fassungen ordnen sie nebeneinander an.

Geely (China) nutzt einen Schild mit geometrisch gegliederten Feldern. Farbige und einfarbige Ausführungen lassen sich unterschiedlichen Baujahren zuordnen. Koenigsegg (Schweden) trägt einen kleinen Schild mit rautenförmigem Muster. Die häufig genannte Verbindung zu einem Familienwappen braucht einen belastbaren Nachweis, bevor sie als Herkunft des Zeichens gelten kann.

Greif, Schiff und Schild

Saab (Schweden) ist auf älteren Fahrzeugen am gekrönten Greifenkopf in einem runden Zeichen erkennbar. Der Greif kam durch die Verbindung mit Scania zum Saab-Zeichen. Scania verweist dabei auf die Heraldik der südschwedischen Provinz Schonen.

Rover (Vereinigtes Königreich) verwendete ein Wappen mit einem stilisierten Wikingerschiff. Rover ist eine historische Automarke und von Land Rover getrennt zu betrachten. Lancia (Italien) zeigt einen Schild mit Schriftzug und einem kreis- oder lenkradähnlichen Innenmotiv. Bei älteren Fassungen gehören auch Lanze und Fahne zum Zeichen.

Dreizack und Modellkrone

Maserati (Italien) trägt einen dreizinkigen Dreizack, teilweise in einem Oval. Er geht auf den Neptunbrunnen in Bologna zurück; Mario Maserati entwarf das Zeichen für die Marke.

Die Toyota Crown (Japan) besitzt eine stilisierte Krone als Modellzeichen. Sie kennzeichnet die Crown-Baureihe und nicht die Marke Toyota insgesamt.

Wichtig für die Zuordnung

Bei Wappen zählen die Bestandteile, nicht die Schildform allein. Für ein älteres Emblem sind Motiv, Farben, Einfassung und Baujahr besonders wichtig. Mehrfarbige, stark gerahmte Zeichen stammen häufig aus älteren Fassungen.

Ältere Wappen erkennen

Wie erkenne ich eine ältere Logo-Version?
Vergleichen Sie das Emblem mit Abbildungen aus dem Baujahr des Fahrzeugs. Achten Sie besonders auf Farben, die Stellung einzelner Schilde, Ornamente und Umrandungen.

Sterne und sternähnliche Zeichen

Bei Sternemblemen entscheiden Zahl, Anordnung und Form der Zacken. Mercedes-Benz führt einen einzelnen dreizackigen Stern, Subaru sechs Sterne in einem Oval. Polestar und Lincoln verwenden vierzackig wirkende Zeichen, während auf älteren Chrysler-Fahrzeugen der fünfzackige Pentastar erscheint.

Drei und sechs Sterne

Der Stern von Mercedes-Benz hat drei Zacken und steht für Motoren zu Land, zu Wasser und in der Luft. Die Daimler-Motoren-Gesellschaft meldete das Zeichen 1909 zum Schutz an; ab 1910 erschien es auf Mercedes-Personenwagen. Der Eintrag in das Markenregister erfolgte laut Daimler Truck 1911. Bei älteren Fahrzeugen erscheint der Stern teilweise ohne Ring, mit Schriftzug oder in einem Lorbeerkranz. Die drei Zacken bleiben das entscheidende Merkmal.

Subaru zeigt sechs unterschiedlich große Sterne in einem liegenden Oval. Sie stehen für die Plejaden, einen auffälligen Sternhaufen am Nachthimmel. Die Marke erläutert den Namen Subaru außerdem mit „vereinen“. Das Emblem ist dadurch klar von einem einzelnen Stern zu unterscheiden.

Vier Zacken und ältere Sterne

Polestar aus Schweden verwendet zwei gegeneinander versetzte Winkelformen, die zusammen wie ein vierzackiger Stern wirken. Das Zeichen besteht nicht aus vier einzelnen Sternzacken.

Lincoln aus den USA führt eine längliche vierzackige Stern- oder Kreuzform in einem schmalen Rahmen. Die gestreckte Form unterscheidet sich deutlich vom kompakten Stern von Mercedes-Benz.

Bei älteren Chrysler-Fahrzeugen aus den USA erscheint der Pentastar, ein fünfzackiges Zeichen. Neuere Chrysler-Embleme zeigen häufig den Markenschriftzug mit einem breiten Flügelpaar. Neben der Zackenzahl helfen daher Rahmen, Schriftzug und Flügel bei der Zuordnung.

Ein einzelner Stern mit drei Zacken steht für Mercedes-Benz, sechs Sterne im Oval für Subaru. Bei Emblemen mit Flügeln, Wappen oder Tieren helfen die Gruppen zu Flügeln, Wappen und Tieren weiter.

Ist Lincolns Zeichen ein Mercedes-Stern? Lincolns Zeichen ist eine längliche vierzackige Stern- oder Kreuzform im Rahmen. Mercedes-Benz verwendet einen dreizackigen Stern.

Was bedeutet der Pentastar? Der Pentastar ist ein fünfzackiges älteres Chrysler-Zeichen.

Kernaussagen

  • Beim Motiv beginnen: Tierart und Haltung, Zahl der Sterne, Mittelstück der Flügel, Einfassung und Schriftzug liefern die wichtigsten Hinweise. Ein Kreis allein reicht nicht aus.
  • Herkunft genau einordnen: Das Land bezeichnet den historischen Ursprung der Marke, nicht den heutigen Eigentümer oder den Produktionsort. Belegte Geschichte, Herstellerdeutung und unsichere Überlieferung sollten getrennt bleiben.
  • Markenlogo und Modellzeichen unterscheiden: Das Pferd steht beim Ford Mustang für die Modellreihe, während Ford den Schriftzug im Oval verwendet. Die Krone der Toyota Crown kennzeichnet ebenfalls ein Modell.
  • Ältere Fassungen berücksichtigen: Baujahr, Farben, Schildform und Details helfen bei der Zuordnung. Eine flache Fassung für Werbung oder digitale Medien ersetzt das Fahrzeugemblem nicht automatisch.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Automarke, wenn ich nur das Emblem sehe?

Achten Sie zuerst auf das Hauptmotiv und dann auf Details wie Tierart, Zahl der Sterne, Einfassung und Schriftzug. Ein Pferd im mehrteiligen Wappen weist auf Porsche hin, Ferraris Pferd steht meist auf gelbem Grund. Bei älteren Fahrzeugen hilft der Vergleich mit Logo-Fassungen aus dem passenden Baujahr.

Das laufende Pferd gehört zum Ford Mustang und kennzeichnet diese Modellreihe. Das allgemeine Ford-Zeichen ist ein geschwungener Schriftzug, meist in einem Oval.

Ist das BMW-Logo ursprünglich ein Propeller?

BMW führt die blau-weißen Felder auf die bayerischen Landesfarben zurück. Die Deutung als Propeller verbreitete sich später durch Werbung und beschreibt nicht den ursprünglichen Hintergrund des Zeichens.

Warum sehen manche neue Autologos flacher aus?

Hersteller vereinfachen Formen unter anderem für Bildschirme und Animationen. Das gilt nicht für jedes neue Zeichen: Bentley beschrieb sein 2025 überarbeitetes Flügelemblem weiterhin als dreidimensional gestaltet.

Was mache ich, wenn die Herkunft eines Symbols nicht sicher belegt ist?

Beschreiben Sie zuerst nur die sichtbaren Merkmale. Kennzeichnen Sie eine Erklärung anschließend als Herstellerdeutung oder Überlieferung. Škoda dokumentiert etwa die Registrierung des geflügelten Pfeils, stuft die verbreitete Geschichte zu seiner Inspiration aber als nicht abschließend gesichert ein.