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Günstiger Kaufpreis oder hoher Wiederverkaufswert: Was lohnt sich?

Stand:

Kurz gesagt

Beim Autokauf in Deutschland zählt neben dem Kaufpreis auch, wie viel Geld Sie beim späteren Verkauf voraussichtlich zurückbekommen. Dieser Wiederverkaufswert ist der erwartete Verkaufspreis nach der Haltedauer. Ein teureres Auto verursacht nur dann weniger Wertverlust in Euro, wenn der Mehrerlös beim Verkauf den Aufpreis ausreichend ausgleicht.

Auto und Unterlagen vor einer Probefahrt.

Marke und Restwertquote reichen für einen Vergleich nicht aus. Sie müssen Kaufpreis, Haltedauer und Wertverlust in Euro berücksichtigen. Die Zahlen zeigen, wie sich das Ergebnis je nach Auto und Haltedauer verändert.

Was Restwertangaben aussagen

Eine Restwertquote zeigt, wie viel Prozent des ursprünglichen Preises nach einer festgelegten Zeit voraussichtlich noch übrig sind. Ein Auto mit einer höheren Restwertquote behält einen größeren Anteil seines Kaufpreises. Es kann trotzdem mehr Geld verlieren, wenn es deutlich teurer war.

Wichtig ist auch, welcher Preis bewertet wird. Der Wertmeister 2025 von AUTO BILD und Schwacke prognostizierte Werte nach einer festgelegten Haltedauer und Laufleistung. Die veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf Händler-Einkaufswerte und ausgewählte Modellvarianten, nicht auf einen garantierten Preis beim Privatverkauf. Schwacke betrachtete zudem je Modell die Variante mit dem höchsten Restwert. Die Rangliste beschreibt deshalb weder jede Ausstattung noch eine Marke insgesamt.

Ein hoher prognostizierter Restwert bleibt eine Schätzung. Die DAT stützt ihre Prognosen auf Verkaufspreismeldungen aus dem gewerblichen Autohandel. Ausstattung, Kilometerstand, Zustand und Modellwechsel beeinflussen den Preis, den ein einzelnes Auto tatsächlich erzielt.

ADAC-Wertverlust im Vergleich

Die ADAC-Autokostenübersicht Herbst/Winter 2025 vergleicht ausgewählte Fahrzeuge anhand ihres Grundpreises und des monatlichen Wertverlusts. Die Angaben geben einen ersten Anhaltspunkt. Für Ihre Entscheidung müssen Sie trotzdem den konkreten Kaufpreis und die geplante Nutzung prüfen.

Aus den Monatswerten lässt sich der Wertverlust für 60 Monate überschlagen. Der rechnerische Restwert ergibt sich, indem man diesen Betrag vom Grundpreis abzieht:

Ein Modell kann einen größeren Anteil seines Grundpreises behalten und dennoch in Euro mehr verlieren, wenn sein Kaufpreis deutlich höher ist. Deshalb reicht eine bessere Restwertquote allein nicht aus, um den Wertverlust oder die Wirtschaftlichkeit eines Kaufs zu beurteilen.

Die Modelle, Preise und Ausstattungen unterscheiden sich. Eine bessere Quote allein reicht deshalb nicht für die Kaufentscheidung. Sie sollten die Angaben für die konkrete Modellvariante und den tatsächlichen Kaufpreis prüfen.

Wie die Haltedauer den Break-even verändert

Vergleichen Sie zwei Fahrzeuge über ihre Haltedauer anhand des Kaufpreises und des erwarteten Verkaufspreises. Der Break-even ist erreicht, wenn der höhere Restwert des teureren Autos den Aufpreis ausgleicht. Ob das zutrifft, hängt von der Haltedauer ab. Die angenommenen Restwertquoten dienen nur zur Rechnung und sind keine Marktprognosen.

Aus dem Wertverlust des günstigeren Autos können Sie berechnen, wie hoch die Restwertquote des teureren Autos mindestens sein muss. Damit sehen Sie, welchen Verkaufspreis das teurere Auto erzielen muss, damit sein Wertverlust nicht höher ausfällt. Diese Break-even-Rechnung zeigt den nötigen Ausgleich, sagt aber keine künftigen Verkaufspreise voraus.

So prüfen Sie den eigenen Vergleich

Für den reinen Wertverlust gilt:

Wertverlust = Kaufpreis − erwarteter Verkaufspreis

Oder mit einer Restwertquote:

Wertverlust = Kaufpreis × (1 − Restwertquote)

Vergleichen Sie diese Beträge für die Haltedauer, die Sie tatsächlich erwarten. Wenn Sie etwa einen höheren Kaufpreis mit einem besseren Restwert begründen, muss der zusätzliche Verkaufserlös den Aufpreis ausreichend ausgleichen. Verwenden Sie dabei möglichst den ausgehandelten Kaufpreis statt des Listenpreises und vergleichen Sie ähnliche Laufleistungen und Ausstattungen.

Für die gesamten Autokosten reicht die Wertverlustrechnung nicht. Hinzu kommen beispielsweise Finanzierungskosten oder der entgangene Ertrag des eingesetzten Geldes. Dazu zählen auch Versicherung und Steuer sowie Kraftstoff oder Strom. Wartung und Reparaturen gehören ebenfalls zu den Autokosten. Der ADAC führt diese Kosten neben dem Wertverlust auf. Ein teureres Modell mit niedrigerem Wertverlust kann bei Versicherung, Wartung oder Finanzierung trotzdem insgesamt mehr kosten.

Wann ein höherer Kaufpreis beim Wertverlust passt

Ein höherer Kaufpreis lässt sich beim Wertverlust eher rechtfertigen, wenn das konkrete Modell über Ihre Haltedauer tatsächlich weniger Euro verliert und der Preisabstand nicht zu groß ist. Eine kurze oder mittlere Haltedauer kann einen hohen Restwertvorteil stärker zur Geltung bringen, weil das Auto früher wieder verkauft wird. Der Verkaufspreis hängt dabei weiterhin von Zustand, Laufleistung, Ausstattung und Marktnachfrage ab.

Ein günstigeres Auto liegt beim Wertverlust eher vorn, wenn der Preisabstand groß ist oder Sie lange fahren. Auch hohe Laufleistungen können den späteren Verkaufspreis drücken. Prüfen Sie daher, ob die Restwertangabe zu Ihrer geplanten Nutzung passt, statt eine veröffentlichte Prozentzahl unverändert auf Ihr Fahrzeug zu übertragen.

Grenzen der Vergleichszahlen

Die verfügbaren Bewertungen beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume, Laufleistungen und Preisarten. Der Wertmeister 2025 betrachtet Händler-Einkaufswerte nach einer festgelegten Haltedauer und Laufleistung. Die ADAC-Kostenübersicht rechnet ebenfalls mit festgelegten Nutzungsannahmen. Gebrauchtwagenbeispiele vergleichen konkrete Preise. Diese Angaben bilden nicht denselben Markt unter denselben Bedingungen ab.

Für ein und dasselbe Modellpaar liegt keine einheitliche öffentliche Restwertreihe über verschiedene Haltedauern zugrunde. Eine Break-even-Rechnung macht die Logik sichtbar, sagt aber keine künftigen Verkaufspreise voraus. Auch Rabatte und individuelle Verhandlungspreise lassen sich aus Listenpreisen nicht pauschal ableiten.

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