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Wertstabile Autos: Welche Marken haben den geringsten Wertverlust?

Stand:

Kurz gesagt

Beim Autoverkauf bleibt meist weniger als der Kaufpreis. Wie viel ein Wagen noch erzielt, hängt stärker von Modell und Ausführung als von der Marke ab. Dieser geschätzte Verkaufspreis heißt Restwert.

Auto und Unterlagen vor einer Probefahrt.

Der Wertmeister 2025 von AUTO BILD und Schwacke nennt erfolgreiche Modelle von Mini, Dacia, Mercedes-Benz, Porsche und weiteren Marken. Die Prognosen beziehen sich jeweils auf einzelne Baureihen und erlauben keine Bewertung ganzer Marken. Für den Restwert zählen auch Motorisierung, Ausstattung, Zustand und Nachfrage zum Verkaufszeitpunkt.

Modelle mit hohen Restwerten 2025

Der Wertmeister 2025 vergleicht prognostizierte Restwerte nach drei Jahren. Die Prozentzahl bezeichnet den Anteil am historischen Listen-Neupreis, der laut Prognose als Händler-Einkaufswert übrig bleibt. Sie ist kein garantierter Verkaufspreis.

Fahrzeugklasse Modell Prognostizierter Restwert
Kleinwagen Mini Cooper 59,1 %
Kleine Elektroautos Mini Aceman 54,9 %
Kompaktklasse Audi A3 Sportback 53,7 %
Kompakt-SUV Dacia Duster 60,6 %
Mittelklasse Mercedes-Benz CLE 55,0 %
Oberklasse Audi A6 Avant e-tron 51,7 %
Kompakt- bis Oberklasse, elektrisch Audi A6 Avant e-tron 57,1 %
Mittel- bis Oberklasse-SUV Mercedes-Benz G-Klasse 67,6 %
Van Citroën Berlingo 62,4 %
Sportwagen Porsche 911 Carrera 63,0 %
Elektro-SUV Volvo EX90 55,5 %

Der Audi A6 Avant e-tron taucht in zwei Kategorien mit unterschiedlichen Restwerten auf. Die Werte gehören zu verschiedenen Vergleichsgruppen und lassen sich daher nicht als zwei Schätzungen für denselben Vergleich lesen. Auch innerhalb einer Baureihe unterscheiden sich Motorisierungen und Ausstattungen.

Die Marken haben unterschiedliche Hintergründe: Mini ist eine britische Marke im BMW-Konzern, Dacia stammt aus Rumänien und gehört zur Renault-Gruppe. Audi und Porsche sind Marken des Volkswagen-Konzerns, Citroën gehört zu Stellantis. Volvo Cars ist eine schwedische Marke im Besitz des chinesischen Geely-Konzerns. Diese Herkunft und Konzernzugehörigkeit ordnen Markenpositionierung und Unternehmensgeschichte ein, belegen aber keinen bestimmten Restwert.

So berechnet der Wertmeister die Restwerte

Schwacke wertete für den Wertmeister Zehntausende Modellvarianten aus. Die Prognosen beziehen sich auf Händler-Einkaufswerte in Deutschland nach 36 Monaten. Die ausgewiesenen Restwerte beruhen auf durchschnittlichen Werten von Mai bis Juli 2025. Für die Vergleiche wurden unter anderem die teuersten und günstigsten sowie die leistungsstärksten und leistungsschwächsten Varianten eines Segments ausgeschlossen.

Ein Restwert von 60,6 Prozent bedeutet rechnerisch einen Wertverlust von 39,4 Prozent gegenüber dem zugrunde gelegten Listenpreis. Das sagt weder den individuellen Verkaufserlös voraus noch, wie viele Euro eine Besitzerin oder ein Besitzer tatsächlich verliert. Bei einem hochpreisigen Auto kann ein vergleichsweise guter Restwertanteil trotzdem einem großen Verlust in Euro entsprechen.

Auch die Art des Verkaufs zählt: Der Wertmeister betrachtet Händler-Einkaufswerte. Beim Privatverkauf kann der erzielte Preis höher oder niedriger liegen. Zudem ist ein Klassensieg kein Markenmittelwert. Aus dem Ergebnis eines Dacia Duster folgt also keine Aussage über jedes Dacia-Modell.

Image, Neupreis und Nachfrage

Markenimage kann die Nachfrage nach einem Gebrauchtwagen mitprägen, doch die vorliegenden Restwertdaten messen diesen Einfluss nicht getrennt. Der Wertmeister verweist bei Mini auf die Lifestyle-Positionierung und beim Porsche 911 auf dessen hohen Stellenwert als Gebrauchtwagen. Das sind plausible Erklärungen für die Ergebnisse, aber kein Beleg dafür, dass das Markenimage allein den Restwert verursacht.

Auch der Neupreis verändert die Perspektive. Dacia steht für eine vergleichsweise günstige Positionierung; der Duster erreicht im Wertmeister 60,6 Prozent. Schwacke nennt geringe Rabatte und lange Haltedauern der Kundschaft als mögliche Erklärungen für stabile Gebrauchtwagenpreise. Das sind Einschätzungen zur Preispositionierung, keine isolierten Nachweise für deren Wirkung.

Der DAT Report 2026 nennt für private Neuwagenkäufe im Jahr 2025 durchschnittliche Kaufpreise von 58.920 Euro für deutsche Premiummarken und 50.570 Euro für deutsche Marken. Bei Importmarken lag der Durchschnitt bei 37.470 Euro. Diese Gruppenwerte beschreiben Kaufpreise, keine Restwertquoten. Sie eignen sich deshalb nicht als Rangliste, zeigen aber, warum ein prozentualer Wertverlust und der tatsächliche Verlust in Euro auseinanderliegen.

Die Nachfrage hängt außerdem von der Fahrzeugart ab. Der Wertmeister-Bericht beschreibt weiterhin eine hohe Nachfrage nach kleinen Autos und nennt den Alltagsnutzen von Vans als Vorteil im Gebrauchtwagenmarkt. Der DAT Report verzeichnet für 2025 mehr als sechs Millionen Besitzumschreibungen und einen durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreis von 18.310 Euro. Diese Marktdaten zeigen die Größe und Preisphase des Gebrauchtwagenmarkts, aber nicht die Nachfrage nach jeder einzelnen Marke.

Euroverlust und Prozentwert vergleichen

Ein ergänzender ADAC-Vergleich betrachtet konkrete Gebrauchtwagen und nutzt Preise aus dem DAT-Marktspiegel. Er rechnet den Kilometerstand bei Bedarf ein. Die Werte beruhen auf einer anderen Auswertung als die Wertmeister-Prognosen und sind deshalb nicht unmittelbar gleichzusetzen.

Die ADAC-Tabelle stellt für einzelne Ausführungen Neu- und Gebrauchtwagenpreise gegenüber und weist den daraus berechneten Wertverlust aus. Solche Beispiele gelten nur für die jeweils genannten Ausführungen und belegen keine allgemeine Markenrangfolge.

Für den eigenen Vergleich sollten Sie deshalb zwei Fragen getrennt beantworten: Wie viel Prozent des Neupreises bleibt voraussichtlich übrig, und wie viele Euro verlieren Sie voraussichtlich? Vergleichen Sie möglichst dieselbe Fahrzeugklasse und ähnliche Ausstattungen. Achten Sie außerdem auf denselben Antrieb und eine ähnliche Laufleistung.

Antrieb und Marktphase beachten

Ein allgemeiner Durchschnitt sagt wenig über ein einzelnes Elektroauto aus. Der ADAC beschreibt Elektroautos im Schnitt als stärker wertverlustgefährdet in den ersten Jahren und nennt für drei Jahre etwa die Hälfte des Neupreises als Orientierung. Gleichzeitig liegt der Audi A6 Avant e-tron im Wertmeister in seiner Elektro-Kategorie bei 57,1 Prozent. Das zeigt, dass einzelne Modelle von einem allgemeinen Antriebstrend abweichen.

Restwerte hängen auch vom Zeitpunkt ab. Die Wertmeister-Prognosen beruhen auf einer Bewertungsperiode im Jahr 2025; veränderte Nachfrage, Neuwagenpreise und Modellangebote beeinflussen spätere Marktpreise. Ein heute gut bewertetes Modell ist daher keine Garantie für denselben Erlös beim späteren Verkauf.

Restwert für Ihr nächstes Auto vergleichen

Suchen Sie zuerst den konkreten Modellnamen und die passende Motorisierung in einer Restwertauswertung. Vergleichen Sie danach die Ausstattung und den Listenpreis mit dem Fahrzeug, das Sie tatsächlich kaufen möchten. Sonderausstattung und Version können die Bewertung beeinflussen; ein Markenname allein reicht für eine belastbare Schätzung nicht.

Prüfen Sie außerdem, ob die Zahl eine Prognose oder ein tatsächlich beobachteter Gebrauchtwagenpreis ist und ob sie einen Händlerankauf oder einen Privatverkauf beschreibt. Für die persönliche Rechnung sollten Sie den erwarteten Verkaufserlös vom Kaufpreis abziehen. Berücksichtigen Sie dabei auch, dass ein rabattierter Kaufpreis von der Listenpreis-Basis einer Restwertquote abweichen kann.

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